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Market-Order vs. Limit-Order: Orderarten bei Krypto erklärt

Aktualisiert am 23. Oktober 2026 Von der Redaktion 9 Min. Lesezeit So verdienen wir Geld

Market-Order vs. Limit-Order bei Krypto: Ausführung, Gebühren und wie Stop- und Stop-Limit-Orders funktionieren, mit einem Beispiel mit 1.000 €.

Eine Market-Order kauft oder verkauft Krypto sofort zum besten verfügbaren Preis im Orderbuch, während eine Limit-Order nur zu dem von dir festgelegten Preis oder besser ausgeführt wird, womöglich auch gar nicht. Bei den meisten Krypto-Börsen zahlt die Market-Order außerdem die höhere Taker-Gebühr, und eine Limit-Order, die im Orderbuch wartet, die niedrigere Maker-Gebühr.

Diese Wahl kostet oder spart echtes Geld. In der Einstiegsstufe von Kraken Pro zum Beispiel zahlt eine Market-Order von 1.000 € 8,00 € an Gebühren und eine wartende Limit-Order 4,00 €. Wir haben die unten genannten Gebührentabellen am 23. Oktober 2026 geprüft; die Orderarten funktionieren auf jeder Börse mit Orderbuch gleich. Das sind allgemeine Informationen, keine Anlageberatung.

Market-Order vs. Limit-Order im Überblick

Der Unterschied zwischen einer Market-Order und einer Limit-Order ist eine Abwägung zwischen Geschwindigkeit und Kontrolle über den Preis. Nutze diese Tabelle als schnelle Übersicht, bevor du deine nächste Order platzierst.

Market-OrderLimit-Order
Wann sie ausgeführt wirdSofortNur zu deinem Limitpreis oder besser
Preis, den du bekommstAktueller Marktpreis, der sich bewegen kannDein Preis oder besser
Chance auf AusführungFast immer, wenn es im Markt Käufer und Verkäufer gibtUngewiss
Gebührenart bei den meisten BörsenTakerMaker, wenn sie im Orderbuch wartet
Am besten fürKleine Orders in stark gehandelten MärktenGrößere Orders, dünne Märkte, niedrigere Gebühren

Was ist eine Market-Order?

Eine Market-Order weist die Börse an, einen festgelegten Betrag sofort zum besten angebotenen Preis zu kaufen oder zu verkaufen. Sie wird gegen bestehende Orders im Orderbuch ausgeführt, angefangen bei der besten, und geht zur nächsten über, wenn die erste nicht groß genug ist.

Wenn du eine Market-Order zum Kauf platzierst, nimmt die Börse den niedrigsten Briefkurs (Ask), das günstigste Angebot eines Verkäufers. Bei einer Verkaufsorder nimmt sie den höchsten Geldkurs (Bid), das beste Gebot eines Käufers. In einem stark gehandelten Markt wie Bitcoin gegen Euro reicht für eine kleine Order oft schon die erste Preisstufe, du zahlst also ungefähr den Preis, den du gesehen hast.

Der Haken: Du legst keinen Höchstpreis fest. Den genauen Preis kannst du vorher nicht kennen. Ist die Order groß oder der Markt dünn, arbeitet sie sich durch mehrere Preisstufen und wird zu einem höheren Durchschnittspreis ausgeführt als dem auf deinem Bildschirm, bei einer Verkaufsorder zu einem niedrigeren. Dieser Unterschied heißt Slippage, und in schnellen Märkten kann er groß sein. Eine Market-Order ist auf sofortige Ausführung ausgelegt, aber den Ausführungspreis sichert sie dir nicht zu: Steigt der Kurs, während die Order ausgeführt wird, zahlst du einen höheren Preis.

Was ist eine Limit-Order?

Eine Limit-Order ist eine Order, zu einem bestimmten Preis oder besser zu kaufen oder zu verkaufen. Bei einer Kauf-Limit-Order legst du den Höchstpreis fest, den du zu zahlen bereit bist; bei einer Verkaufs-Limit-Order den Mindestpreis, den du akzeptierst. Beim Kauf zahlst du nie mehr als diesen festgelegten Preis.

Steht der Markt schon bei deinem Preis, wird eine Limit-Order sofort ausgeführt. Wenn nicht, wartet die Order im Orderbuch, bis der Kurs dein Limit erreicht, bis du sie stornierst oder bis sie abläuft. Bei vielen Börsen kannst du wählen, wie lange sie offen bleibt, zum Beispiel als Limit-Order „Good ‘til Cancelled“ (GTC), die bestehen bleibt, bis sie ausgeführt wird oder du sie stornierst.

Eine Limit-Order ist das Gegenteil einer Market-Order: Sie schützt den Preis, sichert dir aber keine Ausführung zu. Limit-Orders geben dir Kontrolle über den Preis, mit zwei Haken:

  • Sie wird womöglich nie ausgeführt. Setzt du ein Kauflimit unter den aktuellen Kurs und der Kurs steigt, verpasst du den Trade.
  • Sie wird womöglich in Teilen ausgeführt. Eine große Limit-Order kann teilweise zu deinem Preis ausgeführt werden und den Rest offen lassen; prüfe also, was noch aussteht.

Ein durchgerechnetes Beispiel: Bitcoin für 1.000 € kaufen

Dieses Beispiel zeigt, wie jede Orderart mit 1.000 € abläuft. Die Preise sind ausgedacht, um die Mechanik zu zeigen; sie sind keine Prognose. Angenommen, die niedrigsten Briefkurse im Orderbuch sehen so aus:

Briefkurs pro BTCAngebotene MengeWert
60.000 €0,005 BTC300,00 €
60.030 €0,005 BTC300,15 €
60.060 €0,010 BTC600,60 €

Market-Order von 1.000 €. Die Order nimmt die ganzen 0,005 BTC zu 60.000 €, die ganzen 0,005 BTC zu 60.030 € und für die restlichen 399,85 € Bitcoin zu 60.060 €. Du bekommst etwa 0,0166575 BTC zu einem Durchschnittspreis von 60.033 €, statt 0,0166667 BTC, wenn alles zu 60.000 € ausgeführt worden wäre. Die Slippage kostet etwa 0,55 €. Dann kommt die Taker-Gebühr: 2,50 € bei 0,25 % (Bitvavo oder Bybit EU) oder 8,00 € bei 0,80 % (Kraken Pro).

Limit-Order zu 59.950 €. Du setzt einen Kauf-Limitpreis von 59.950 €, unter dem niedrigsten Briefkurs, und wartest. Kommt ein Verkäufer auf deinen Preis herunter, bekommst du etwa 0,0166806 BTC und zahlst die Maker-Gebühr: 1,50 € bei Bitvavos 0,15 % oder 4,00 € bei den 0,40 % von Kraken Pro. Steigt der Kurs stattdessen, passiert nichts, und deine 1.000 € bleiben in Euro.

Limit-Order zu 60.100 €. Ein Kauflimit über dem niedrigsten Briefkurs wird sofort ausgeführt, zu denselben Preisen wie die Market-Order. Es zahlt nie mehr als 60.100 €, was dich schützt, wenn das Orderbuch dünner ist als gedacht, aber es ist eine Taker-Order und zahlt die Taker-Gebühr.

Bei einer Order von 100 € in einem stark gehandelten Markt ist die Slippage meist winzig, und die Gebühr beträgt so oder so ein paar Cent. Ab etwa 1.000 € oder bei kleineren Coins mit weniger Volumen fängt die Orderart an, eine Rolle zu spielen.

Maker- und Taker-Gebühren: warum Limit-Orders oft weniger kosten

Börsen berechnen Orders, die dem Orderbuch Liquidität hinzufügen (Maker), eine niedrigere Gebühr als Orders, die ihm Liquidität entnehmen (Taker). Eine Market-Order ist immer ein Taker; eine Limit-Order ist nur dann ein Maker, wenn sie im Orderbuch wartet, bevor sie ausgeführt wird.

Börse, EinstiegsstufeMakerTaker1.000 € als Maker1.000 € als Taker
Bitvavo0,15 %0,25 %1,50 €2,50 €
Kraken Pro0,40 %0,80 %4,00 €8,00 €
Coinbase Advanced0,60 %1,20 %6,00 €12,00 €

Zwei Details überraschen viele. Bitvavo reserviert beim Platzieren einer Limit-Order die Höchstgebühr von 0,25 % und erstattet die Differenz, wenn die tatsächliche Gebühr niedriger ist. Und in der einfachen Coinbase-App kommt auf Limit-Orders eine Ausführungsgebühr von 1 % hinzu; bei Coinbase ist eine Limit-Order also nur auf Coinbase Advanced günstiger. Unser Glossarbeitrag zu Maker- und Taker-Gebühren und die Seite zu den Kraken-Gebühren gehen auf die Stufen ein.

Stop-Orders und Stop-Limit-Orders

Eine Stop-Order wartet, bis der Markt einen Auslösepreis erreicht, den Stop-Preis, und wird dann zu einer Market-Order. Eine Stop-Limit-Order wartet ebenfalls auf den Stop-Preis, wird dann aber zu einer Limit-Order zu einem Limitpreis, den du festlegst.

Meist nutzt man sie, um automatisch zu verkaufen, wenn der Kurs fällt; deshalb heißt eine Stop-Order oft Stop-Loss-Order. Angenommen, du hältst 0,02 BTC und der Kurs liegt in unserem Beispiel bei 60.000 €:

  • Stop-Loss-Order bei 54.000 €. Fällt der zuletzt gehandelte Kurs auf 54.000 €, werden deine 0,02 BTC zum Marktpreis verkauft. In einem ruhigen Markt bekommst du annähernd 1.080 €. Bei einem Crash können die nächsten Gebote weit darunter liegen, der Endpreis könnte also 52.000 € (1.040 €) oder schlechter sein.
  • Stop-Limit-Order mit Stop bei 54.000 € und Limit bei 53.500 €. Erreicht der Kurs 54.000 €, platziert die Börse eine Verkaufs-Limit-Order zu 53.500 €. Dieser Preisschutz bedeutet, dass du nie für weniger als 1.070 € verkaufst; springt der Kurs aber direkt unter 53.500 €, wird diese Stop-Limit-Verkaufsorder nicht ausgeführt, und du hältst die Coins weiter, während der Kurs fällt.

Du kannst sie auch nach oben nutzen. Ein Kauf-Stop über dem aktuellen Kurs wird ausgelöst, wenn der Kurs eine Marke nach oben durchbricht, und eine Take-Profit-Order verkauft, wenn der Kurs auf ein Ziel steigt.

Kurslücken funktionieren bei Krypto anders als am Aktienmarkt. Der Aktienhandel hat Handelszeiten, einen vor- und nachbörslichen Handel und einen Schlusskurs vom Vortag; Krypto wird 24/7 gehandelt, es gibt also keinen Eröffnungskurs nach einem Wochenende, aber die Liquidität kann nachts dünn sein, und Kurse können bei Nachrichten springen. Ein Stop schützt dich nicht vor einer Lücke, er entscheidet nur, was danach passiert.

An einer Aktienbörse gilt dieselbe Logik außerhalb der Handelszeiten. Fällt eine Aktie über Nacht, etwa wenn der Kurs nach Nachrichten fällt und unter dem Schlusskurs des vorigen Handelstags eröffnet, wird eine Stop-Order ausgelöst, wenn die Aktie den Stop-Preis erreicht, verkauft aber zum ersten verfügbaren Preis, der weit darunter liegen kann. Krypto hat dasselbe Risiko zu jeder Uhrzeit.

Market-, Limit- und Stop-Orders im Vergleich

Die vier wichtigsten Orderarten unterscheiden sich darin, was sie auslöst und ob der Preis oder die Gewissheit der Ausführung Vorrang hat.

OrderartWird ausgelöstAusführungHauptrisiko
Market-OrderSofortZum besten verfügbaren PreisSlippage in dünnen oder schnellen Märkten
Limit-OrderSofort oder wenn der Kurs dein Limit erreichtZu deinem Limitpreis oder besserWird womöglich nicht ausgeführt
Stop-Order (Stop-Loss-Order)Wenn der Stop-Preis erreicht wirdZum Marktpreis nach der AuslösungKann weit unter dem Stop ausgeführt werden
Stop-Limit-OrderWenn der Stop-Preis erreicht wirdZu deinem Limitpreis oder besserWird bei einem schnellen Absturz womöglich nicht ausgeführt

Nicht jede Plattform bietet jede Orderart an. Einfache Kauf-Apps bieten oft nur Sofortkäufe und manchmal eine einfache Limit-Order, während Plattformen mit Orderbuch meist mehr bieten. Prüfe die Ordermaske deiner Börse, bevor du dich auf einen Stop verlässt.

Wann du Market-, Limit- und Stop-Orders nutzt

Wähle die Orderart danach, was dir bei diesem Trade wichtiger ist: dass er jetzt erledigt wird oder ein bestimmter Preis. Für die meisten reicht eine einfache Faustregel.

  • Nutze eine Market-Order für kleine Beträge in einem stark gehandelten Paar, etwa 50 € in Bitcoin, wenn der Spread eng ist und Geschwindigkeit wichtiger ist als ein paar Cent.
  • Nutze eine Limit-Order für größere Orders, für kleinere Coins mit wenig Volumen und immer dann, wenn du die Maker-Gebühr willst. Wenn du jeden Monat denselben Betrag kaufst, wie beim Cost-Average-Effekt, hält eine Limit-Order knapp unter dem aktuellen Kurs die Gebühren niedrig.
  • Nutze eine Stop-Order, wenn du einen Ausstieg zu fast jedem Preis willst, sobald der Markt dreht.
  • Nutze eine Stop-Limit-Order, wenn du die Coins lieber behältst, als unter einem bestimmten Preis zu verkaufen.

Wenn du schon Aktienorders platziert hast, vom Aktienkauf bis zur Entscheidung, wann du Aktien verkaufst, ist die Logik dieselbe wie bei anderen Orderarten am Aktienmarkt: Market für Geschwindigkeit, Limit für den Preis, Stop für den Ausstieg. Der Unterschied ist der 24-Stunden-Markt und, bei wenig gehandelten Coins, Spreads, die breit sein können, wie bei wenig gehandelten Aktien.

Häufige Fehler bei Krypto-Orders

Die häufigsten Order-Fehler kosten Geld, ohne dass es jemand merkt. Achte auf diese fünf.

  1. Market-Orders in einem schnellen Markt. Bei heftigen Kursschwankungen kann eine Market-Order zu einem ganz anderen Preis ausgeführt werden als dem, den du gesehen hast. Nutze stattdessen eine Limit-Order mit etwas Spielraum.
  2. Unrealistische Limitpreise. Ein Kauflimit weit unter dem Markt kann wochenlang liegen bleiben, während sich der Kurs entfernt. Setze es nah am aktuellen Kurs, wenn du wirklich kaufen willst.
  3. Vergessene offene Orders. Eine GTC-Limit-Order kann Monate später ausgeführt werden, wenn du sie nicht mehr willst. Börsen reservieren das Geld für offene Orders meist, prüfe sie also regelmäßig.
  4. Stops zu nah am Kurs. Normale Kursschwankungen können einen Stop auslösen, kurz bevor sich der Kurs erholt; lass also Raum für alltägliche Kursbewegungen.
  5. Teilausführungen übersehen. Prüfe im Orderverlauf, wie viel tatsächlich ausgeführt wurde und zu welchem Preis.

Orderarten sind ein Werkzeug, keine Trading- oder Anlagestrategie. Sie entscheiden, wie du kaufst und verkaufst, nicht, ob es sich lohnt, einen Coin zu besitzen, und Krypto kann weit fallen, egal welche Order du nutzt. Was du insgesamt zahlst, erklärt unser Ratgeber zu Gebühren von Krypto-Börsen.

Häufige Fragen

Ist eine Limit-Order besser als eine Market-Order?

Nicht immer. Eine Limit-Order gibt dir Kontrolle über den Preis und oft eine niedrigere Maker-Gebühr, wird aber womöglich nie ausgeführt. Eine Market-Order wird sofort ausgeführt, was zu kleinen Orders in stark gehandelten Märkten wie Bitcoin gegen Euro passt.

Werden Limit-Orders sofort ausgeführt?

Nur wenn dein Limitpreis den aktuell besten Preis auf der Gegenseite des Orderbuchs erreicht oder übertrifft. Dann wird sie sofort ausgeführt und zahlt meist die Taker-Gebühr; sonst wartet sie im Orderbuch, bis der Kurs dein Limit erreicht.

Was ist der Nachteil einer Market-Order?

Du kontrollierst den Endpreis nicht. In einem dünnen oder schnellen Markt kann die Order zu einem schlechteren Preis ausgeführt werden, als du gesehen hast (Slippage), und bei den meisten Börsen zahlt sie die höhere Taker-Gebühr, bei Kraken Pro zum Beispiel 0,80 % statt 0,40 %.

Was ist der Unterschied zwischen einer Stop-Loss-Order und einer Stop-Limit-Order?

Beide warten auf einen Auslösepreis. Eine Stop-Loss-Order verkauft dann zum Marktpreis, wird also fast immer ausgeführt, aber womöglich weit tiefer. Eine Stop-Limit-Order platziert dann eine Limit-Order, verkauft also nie unter deinem Limit, aber womöglich gar nicht.

Was passiert, wenn meine Kauf-Limit-Order über dem Marktpreis liegt?

Sie wird sofort zum besten verfügbaren Preis ausgeführt, der niedriger sein kann als dein Limit, und gilt als Taker-Order. Um die Maker-Gebühr zu zahlen, setze ein Kauflimit unter den aktuell niedrigsten Briefkurs.