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Was sind Futures bei Krypto? So funktioniert Futures-Trading

Aktualisiert am 23. Oktober 2026 Von der Redaktion So verdienen wir Geld
In einem Satz
Kontrakte, mit denen du mit Hebel auf Kryptokurse wetten kannst, ohne die Coins zu besitzen; die meisten Privatanleger verlieren damit Geld.

Futures-Trading bei Krypto heißt, Kontrakte zu kaufen oder zu verkaufen, die den Kurs einer Kryptowährung abbilden, statt den Coin selbst zu kaufen. Ein Futures-Kontrakt ist eine Vereinbarung, einen Vermögenswert zu einem festgelegten Preis an einem künftigen Termin zu kaufen oder zu verkaufen; bei Krypto läuft der meiste Handel über Perpetual Futures, die nie verfallen. Trader nutzen sie, um auf den künftigen Kurs zu spekulieren, short zu gehen oder sich abzusichern, fast immer mit Hebel.

Um das Risiko klar zu benennen: Krypto-Futures sind gehebelte Derivate, und die meisten Privatanleger verlieren damit Geld. In der EU sind sie als Finanzinstrumente reguliert und für Privatkunden eingeschränkt, und viele Krypto-Börsen bieten sie Einwohnern der EU gar nicht an.

Krypto-Futures-Trading erklärt

Mit Krypto-Futures-Trading kannst du an Kursbewegungen verdienen oder verlieren, ohne den eigentlichen Vermögenswert zu besitzen. Du hältst nie den Bitcoin selbst; du hältst einen Kontrakt, dessen Wert sich mit dem Bitcoin-Kurs bewegt.

  • Long-Position: Du verdienst, wenn der Kurs steigt. Eine Long-Position ist eine Wette darauf, dass der Kurs des Basiswerts steigt.
  • Short-Position: Du verdienst, wenn der Kurs fällt. Mit Short-Positionen können Trader in fallenden Märkten Geld verdienen, was am Spotmarkt schwierig ist.

Weil du die Coins nicht geliefert bekommst, besitzt du auch keinen Vermögenswert: keine Wallet, keine Auszahlung, kein Staking. Wenn du die Position schließt, erhältst oder zahlst du die Preisdifferenz als Geldbetrag oder in Stablecoins.

Wie ein Futures-Kontrakt funktioniert

Ein Futures-Kontrakt legt für einen Basiswert einen Kontraktpreis, eine Kontraktgröße und (bei Standard-Futures) einen Abrechnungstermin fest. Dein Gewinn oder Verlust ist die Differenz zwischen deinem Einstiegskurs und dem Marktpreis beim Schließen, multipliziert mit deiner Positionsgröße.

Ein einfaches Beispiel ohne Hebel: Du eröffnest eine Long-Futures-Position von 1.000 € auf Bitcoin. Der Kurs steigt um 5 %, deine Position ist also 1.050 € wert, und du kannst sie mit 50 € Gewinn schließen, abzüglich Handelsgebühren. Fällt der Kurs um 5 %, verlierst du 50 €.

Die meisten Krypto-Futures werden bar abgerechnet: Am Ende liefert niemand Bitcoin, es wird nur der Gewinn oder Verlust verrechnet.

Arten von Krypto-Futures-Kontrakten

Es gibt zwei Hauptarten von Krypto-Futures-Kontrakten: Standard-Futures mit festem Verfallsdatum und Perpetual Futures ohne.

Standard-Futures und das Verfallsdatum

Standard-Futures-Kontrakte verfallen an einem festgelegten Termin, oft monatlich oder vierteljährlich. An diesem Tag wird der Kontrakt zum Spotpreis abgerechnet, und deine Position schließt automatisch. Um investiert zu bleiben, „rollen“ Trader: Sie schließen den auslaufenden Kontrakt und eröffnen den nächsten. Regulierte Märkte wie die CME in den USA bieten seit Dezember 2017 Standard-Bitcoin-Futures an; in den USA beaufsichtigt die Commodity Futures Trading Commission diese Märkte.

Perpetual Futures

Perpetual Futures sind Futures ohne Verfallsdatum: Du kannst sie halten, solange du genug Margin hinterlegst. Sie werden rund um die Uhr gehandelt und sind mit Abstand das beliebteste Krypto-Futures-Produkt. Anders als klassische Futures-Kontrakte nutzen sie eine Funding Rate, um nahe am Spotpreis zu bleiben.

Standard-FuturesPerpetual Futures
VerfallsdatumFest (zum Beispiel vierteljährlich)Keines
Wie der Preis dem Spotpreis folgtAngleichung bei VerfallFunding Rate alle paar Stunden
Typische NutzungAbsicherung, institutionelle AnlegerSpekulation durch Krypto-Trader
HaltekostenPreisdifferenz zum SpotpreisFunding-Zahlungen

Futures-Preise und der Spotpreis

Futures-Preise liegen meist nahe am Spotpreis des Basiswerts, sind aber selten identisch. Notieren Futures über dem Spotpreis, ist der Markt in Contango, oft weil Trader bereit sind, für gehebelte Long-Positionen einen Aufpreis zu zahlen. Notieren Futures unter dem Spotpreis, ist er in Backwardation, was auf Angst oder umfangreiche Leerverkäufe hindeuten kann. Bei Standard-Futures schrumpft diese Preisdifferenz bis zum Verfall auf null.

Die Funding Rate bei Perpetual Futures

Die Funding Rate ist eine regelmäßige Zahlung zwischen Long- und Short-Positionen bei Perpetual Futures. Liegt der Preis der Perpetual Futures über dem Spotpreis, ist die Funding Rate positiv, und Longs zahlen an Shorts; bei einer negativen Funding Rate zahlen Shorts an Longs. Die Zahlungen erfolgen meist alle acht Stunden und werden auf den gesamten Positionswert berechnet, sie können die Rendite also schnell schmälern. Unsere Seite zur Funding Rate rechnet ein Beispiel durch.

Hebel, Margin und Liquidation

Mit Hebel kontrollierst du größere Positionen mit weniger Kapital, und genau das macht Futures so riskant. Du hinterlegst eine Margin, und die Plattform lässt dich eine Position eröffnen, die um ein Mehrfaches größer ist.

  • Initial Margin: der Betrag, den du zum Eröffnen der Position hinterlegst.
  • Maintenance Margin: das Minimum, das du halten musst. Fällt dein Kontostand darunter, droht dir ein Margin Call oder die automatische Liquidation.
  • Liquidation: Die Plattform schließt deine Position, um weitere Verluste zu stoppen, und du verlierst deine Margin.

So wirkt sich eine Einzahlung von 500 € mit 10x Hebel aus, also bei einem gesamten Positionswert von 5.000 €:

Kursbewegung bei BitcoinGewinn oder VerlustErgebnis auf deine 500 €
+5 %+250 €+50 %
−5 %−250 €−50 %
Etwa −10 %−500 €Margin weg, Position liquidiert

In der Praxis kommt die Liquidation etwas früher, wegen der Maintenance Margin und der Gebühren. Jede Plattform zeigt dir deinen Liquidationspreis, bevor du einen Trade eröffnest. Prüf ihn und denk daran, dass eine Bewegung von 10 % bei Bitcoin innerhalb weniger Tage nicht ungewöhnlich ist. Unsere Seite zur Liquidation erklärt die Mechanik.

Chancen und Risiken von Krypto-Futures

Krypto-Futures geben erfahrenen Tradern Werkzeuge, die der Spotmarkt nicht bietet, aber die damit verbundenen Risiken sind groß.

Was Futures möglich machen:

  • Short gehen, um an Kursrückgängen zu verdienen.
  • Bestehende Positionen absichern: Wer Bitcoin hält, kann eine Short-Position eröffnen, um sich gegen einen Rückgang zu schützen.
  • Mit weniger Kapital handeln als dem vollen Positionswert.

Was schiefgehen kann:

  • Hebel macht aus normaler Marktvolatilität Totalverluste.
  • Funding-Zahlungen und Handelsgebühren summieren sich bei jeder Position.
  • Plattformen können in volatilen Momenten die Margin-Regeln ändern oder ausfallen.
  • In angespannten Märkten können Kurse über deinen Stop-Loss hinwegspringen.

In der EU müssen Unternehmen, die Privatkunden CFDs anbieten, den Anteil der Konten veröffentlichen, die Geld verlieren. Zwei Zahlen von deren eigenen Websites: 58,9 % bei Interactive Brokers und 78,5 % bei Bitpanda. Das sind CFDs, keine Futures, aber die Lehre ist dieselbe: Der Hebel selbst ist das wesentliche Risiko.

Strategien für den Handel mit Krypto-Futures

Zu den gängigen Strategien mit Futures gehören Trendfolge, Absicherung, Range-Trading und Breakout-Trading. Egal, welcher Handelsstil: Sorgfältiges Risikomanagement zählt mehr als die Strategie selbst.

Breakout-Trading

Breakout-Trading heißt, einzusteigen, wenn der Kurs aus einer Spanne ausbricht, in der er sich eine Weile gehalten hat, in der Annahme, dass sich die Bewegung fortsetzt. Das größte Risiko ist der Fehlausbruch: Der Kurs steigt kurz über die Spanne, löst Kauforders aus und fällt dann zurück. Trader mit dieser Strategie setzen eine Stop-Loss-Order knapp innerhalb der alten Spanne und halten Positionen klein.

Spot-Trading vs. Futures-Trading

Der Unterschied liegt im Besitz und im Hebel. Spot-Trading heißt, dass du den Coin selbst zum aktuellen Marktpreis kaufst oder verkaufst; er gehört dir, und du kannst ihn auszahlen. Futures-Trading heißt, dass du Kontrakte auf den Kurs handelst, meist mit Hebel, ohne etwas zu besitzen.

Für die meisten Leser, und auf jeden Fall für Einsteiger, ist Spot-Trading die bessere Wahl. Du kannst nicht liquidiert werden, es gibt keine Funding-Kosten, und dein maximaler Verlust ist das, was du investiert hast. Futures ergeben nur Sinn, wenn du Margin verstehst, Positionen genau beobachten kannst und deine Risikotoleranz es zulässt, deinen ganzen Einsatz zu verlieren.

Regulierung und Anlegerschutz in der EU

In der EU sind Krypto-Futures und Perpetuals Finanzinstrumente nach MiFID II, keine Kryptowerte nach MiCA. Eine MiCA-Lizenz erlaubt einer Börse, Spot-Krypto anzubieten; um dir Derivate anzubieten, braucht ein Unternehmen zusätzlich eine Lizenz als Wertpapierfirma. Lizenzierte Unternehmen müssen prüfen, ob das Produkt für dich angemessen ist, und klare Risikohinweise geben. Bei Krypto-CFDs begrenzen die EU-Regeln den Hebel für Privatkunden auf 2:1 und schreiben einen Negativsaldoschutz vor.

Die Anlegerentschädigung springt ein, wenn eine lizenzierte Wertpapierfirma ausfällt, nie bei Handelsverlusten. Gewinne aus Futures können steuerlich anders behandelt werden als Gewinne aus Spot-Krypto, prüf also die Regeln in deinem Land. Unser Ratgeber zu Krypto-Derivaten geht tiefer.

Sind Krypto-Futures das Richtige für dich?

Krypto-Futures können zu erfahrenen Tradern passen, die sich absichern oder short gehen müssen, die Margin verstehen und über einen lizenzierten Anbieter handeln. Sie passen nicht zu Einsteigern, langfristigen Anlegern oder allen, die Geld einsetzen, dessen Verlust sie sich nicht leisten können. Kryptowerte sind sehr volatil, und mit Hebel kannst du deine gesamte Einzahlung in Minuten verlieren.

Häufige Fragen

Was ist besser, Spot- oder Futures-Trading?

Für die meisten Menschen Spot-Trading. Du besitzt die Kryptowährung, es gibt keine Funding-Kosten, und du kannst nicht liquidiert werden. Futures passen zu erfahrenen Tradern, die sich absichern oder short gehen müssen, und selbst dann verlieren die meisten Privatanleger mit Hebel Geld.

Reichen 100 € für den Handel mit Futures?

Technisch ja: Viele Plattformen lassen dich kleine Positionen eröffnen. Aber mit Hebel können 100 € durch eine kleine Kursbewegung ausgelöscht werden. Wenn du lernen willst, zeigt dir ein kleiner Spot-Kauf, wie sich Kryptomärkte bewegen, ohne das Liquidationsrisiko.

Was ist der Unterschied zwischen Standard-Futures und Perpetual Futures?

Standard-Futures haben ein festes Verfallsdatum und werden an diesem Tag abgerechnet. Perpetual Futures verfallen nie; stattdessen hält eine Funding Rate, die alle paar Stunden gezahlt wird, ihren Preis nahe am Spotpreis.

Was ist Perpetual-Futures-Trading?

Perpetual-Futures-Trading heißt, Futures-Kontrakte zu handeln, die nie verfallen. Du kannst mit Hebel long oder short gehen, und eine Funding Rate, die alle paar Stunden zwischen den Tradern gezahlt wird, hält den Kontraktpreis nahe am Spotpreis.

Wie lange kann ich Perpetual Futures halten?

So lange du willst, weil Perpetual Futures nicht verfallen. Du zahlst oder erhältst aber alle paar Stunden Funding und musst genug Margin halten. Eine gehebelte Position über Wochen zu halten, kann also teuer werden oder in der Liquidation enden.