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Krypto-Handelsgebühren erklärt: Maker, Taker und Spread

Aktualisiert am 23. Oktober 2026 Von der Redaktion So verdienen wir Geld
In einem Satz
Was eine Börse jedes Mal berechnet, wenn du Krypto kaufst, verkaufst oder tauschst: meist einen Maker- oder Taker-Prozentsatz des Trades, plus einen Spread bei einfachen Käufen in der App.

Handelsgebühren bei Krypto (englisch Trading Fees) sind das, was eine Börse dir jedes Mal berechnet, wenn du Krypto kaufst, verkaufst oder tauschst, meist als Prozentsatz des Trades. Die meisten Börsen verlangen eine Maker- oder eine Taker-Gebühr, je nachdem, wie deine Order ausgeführt wird, und bei einfachen Käufen in der App kommt oft noch ein Spread oder ein pauschaler Prozentsatz obendrauf.

Bei einem Kauf von 1.000 € können es je nach Plattform 2,50 € oder 12 € sein, es lohnt sich also zu wissen, welche Gebühr du tatsächlich zahlst. Dieser Eintrag erklärt, wie Handelsgebühren funktionieren; unser Ratgeber zu den Gebühren von Krypto-Börsen vergleicht alle Kosten im Detail.

Krypto-Handelsgebühren erklärt: die wichtigsten Arten

Krypto-Handelsgebühren gibt es in drei Hauptformen: Maker- und Taker-Gebühren im Orderbuch, Spreads bei einfachen Käufen und pauschale Prozentsätze in manchen Apps. Viele Plattformen kombinieren mehr als eine davon.

  • Maker-Gebühren: Die zahlst du, wenn deine Order im Orderbuch wartet, bevor sie ausgeführt wird, etwa eine Limit-Order unter dem aktuellen Kurs. Du „machst“ Liquidität für andere.
  • Taker-Gebühren: Die zahlst du, wenn deine Order gegen bestehende Orders ausgeführt wird und sofort zustande kommt, etwa bei Market-Orders. Taker zahlen meist höhere Gebühren.
  • Spread: die Lücke zwischen Kauf- und Verkaufskurs. Auf einfachen Kaufbildschirmen und bei „Convert“-Funktionen baut die Plattform oft einen Spread in den Kurs ein, statt oder zusätzlich zu einer sichtbaren Gebühr.
  • Pauschale App-Gebühren: Manche Apps verlangen einen festen Prozentsatz pro Kauf. Kraken zum Beispiel berechnet 1 % bei direkten Käufen in der App, plus einen variablen Spread.

Das Maker-Taker-Modell gibt es, weil Börsen wollen, dass Market Maker das Orderbuch füllen. Ein volles Orderbuch bedeutet engere Kurse für alle, deshalb bekommen Maker den niedrigeren Satz.

Wie Börsen Handelsgebühren berechnen: ein Rechenbeispiel

Börsen berechnen Handelsgebühren als Prozentsatz des Handelswerts, die Rechnung ist also einfach: Handelsbetrag × Gebührensatz. So viel kostet eine Market-Order von 1.000 € zu den Sätzen der Einstiegsstufe, die drei Börsen mit MiCA-Zulassung veröffentlicht hatten, als wir am 23. Oktober 2026 nachgesehen haben:

Krypto-BörseMaker-GebührTaker-GebührTaker-Gebühr auf 1.000 €
Bitvavo0,15 %0,25 %1.000 € × 0,25 % = 2,50 €
Kraken (Kraken Pro)0,40 %0,80 %1.000 € × 0,80 % = 8,00 €
Coinbase Advanced0,60 %1,20 %1.000 € × 1,20 % = 12,00 €

Eine Limit-Order, die im Orderbuch liegen bleibt, zahlt stattdessen den Maker-Satz: 1,50 € bei Bitvavo, 4,00 € bei Kraken und 6,00 € bei Coinbase Advanced.

Ein Verkauf kostet noch einmal dasselbe. Kaufst du bei Bitvavo mit einer Market-Order Bitcoin für 1.000 € und verkaufst ihn später zum selben Kurs, zahlst du zweimal 2,50 €: 5,00 € für Hin- und Rückweg oder 0,50 % deines Geldes.

Was 100 € im Monat kosten

Bei kleinen regelmäßigen Käufen summieren sich App-Gebühren. Kaufst du jeden Monat Krypto für 100 €:

  • bei einer Taker-Gebühr von 0,25 % kostet jeder Kauf 0,25 €, also 3,00 € im Jahr;
  • bei einer App-Gebühr von 1 % kostet jeder Kauf 1,00 €, also 12,00 € im Jahr, vor einem etwaigen Spread.

Über zwölf Käufe kostet der Weg über die App allein bei den sichtbaren Handelskosten viermal so viel.

Weitere Gebühren bei einer Krypto-Börse

Handelsgebühren sind nur ein Teil der Gesamtkosten. Weitere Gebühren, die eine Krypto-Börse verlangen kann:

  • Einzahlungsgebühren: SEPA-Überweisungen in Euro sind oft kostenlos, Kartenzahlungen kosten meist mehr. Eine Auslandsüberweisung von außerhalb der EU kann zusätzlich Bankgebühren verursachen.
  • Auszahlungsgebühren: Manche Börsen verlangen eine kleine Pauschale, um Euro auf dein Bankkonto zurückzuschicken, etwa 1 € pro Standard-SEPA-Auszahlung bei Kraken. Krypto-Auszahlungen kosten eine feste Gebühr pro Coin: Bitcoin von Kraken zu senden kostet 0,000015 BTC.
  • Netzwerkgebühren: Krypto auf einer Blockchain zu bewegen kostet Transaktionsgebühren, die bei Ethereum Gas-Gebühren heißen. Sie gehen an das Netzwerk, nicht an die Börse.
  • Umtausch-Spreads: Auch Swaps, die mit null Gebühren beworben werden, enthalten einen Spread im Kurs, den du bekommst.

Eine Aufschlüsselung der Gebühren pro Plattform, inklusive Ein- und Auszahlungen, findest du auf unseren Gebührenseiten der Börsen.

Gebührenstufen und wie du Gebühren senkst

Die meisten Börsen senken ihre Handelsgebühren, wenn dein Handelsvolumen über 30 Tage wächst. Diese Gebührenstufen helfen vor allem aktiven Tradern: Auf den Euro-Märkten von Bitvavo zum Beispiel gelten die Sätze von 0,10 % Maker und 0,20 % Taker ab 100.000 € Volumen in 30 Tagen. Wenn du 100 € im Monat investierst, spielen Stufen keine Rolle; der Ordertyp und die Plattform, die du wählst, zählen viel mehr.

Praktische Wege, Gebühren zu senken:

  1. Nutze die erweiterte Ansicht. Die Pro- oder Advanced-Ansicht einer Börse berechnet meist Maker-Taker-Gebühren statt eines Aufschlags beim einfachen Kauf.
  2. Platziere Limit-Orders. Eine Limit-Order, die im Orderbuch wartet, zahlt die niedrigere Maker-Gebühr.
  3. Zahle per SEPA ein. Banküberweisungen in deiner Fiatwährung sind meist günstiger als Kartenzahlungen.
  4. Vermeide unnötig viele Transaktionen. Weniger, größere Auszahlungen bedeuten weniger feste Auszahlungsgebühren.
  5. Sei vorsichtig mit Rabatten. Gebühren im börseneigenen Token oder über ein Abo zu zahlen kann Kosten senken, bindet dich aber an diesen Token oder diese Plattform.
  6. Vergleiche die Gesamtkosten, nicht den beworbenen Satz.

Null Handelsgebühren: Gibt es kostenlosen Handel wirklich?

Null Handelsgebühren bedeuten selten null Kosten. Plattformen, die mit kostenlosem Handel werben, verdienen meist am Spread, an Abos oder an Zahlungs- und Auszahlungsgebühren. Manche Offshore-Börsen werben bei vielen Paaren mit null Gebühren, haben aber keine MiCA-Lizenz. Das bedeutet, dass sie Einwohner der EU nicht bedienen dürfen und es keine EU-Aufsicht gibt, bei der du dich beschweren kannst. Eine niedrige Gebühr ist wenig wert, wenn dein Geld keinen Schutz hat.

Nach MiCA müssen lizenzierte Krypto-Plattformen ihre Preis-, Kosten- und Gebührenpolitik veröffentlichen, du kannst also immer prüfen, was du zahlst, bevor du handelst.

Dezentrale Börsen: Gebühren funktionieren anders

Dezentrale Börsen verlangen eine Swap-Gebühr, die an Liquiditätsanbieter geht, plus die Gas-Gebühren der Blockchain, plus die Kursauswirkung bei größeren Orders. Es gibt kein Konto und keine Identitätsprüfung, aber auch keine Lizenz, keinen Kundensupport und keinen Anlegerschutz. In einem ausgelasteten Netzwerk kann Gas bei einem kleinen Trade mehr kosten als die Swap-Gebühr.

Warum Handelsgebühren für dich wichtig sind

Handelsgebühren sind wichtig, weil sie von jedem Euro abgehen, den du investierst, bei jedem Kauf und jedem Verkauf. 1 % Gebühr wirkt klein, aber es sind Kosten, die du jedes Mal wieder zahlst, während Gewinne nie feststehen. Angenommen, du investierst fünf Jahre lang 100 € im Monat, insgesamt 6.000 €. Bei einer App-Gebühr von 1 % zahlst du allein auf die Käufe 60 €; bei einer Taker-Gebühr von 0,25 % zahlst du 15 €. Verkaufst du am Ende alles, wächst die Lücke noch einmal.

Zwei weitere Punkte für Leser in der EU:

  • Bewahre Unterlagen für die Steuer auf. Dein Handelsverlauf zeigt die Gebühr jeder Order. In Deutschland mindern die Kosten für Kauf und Verkauf in der Regel deinen steuerpflichtigen Gewinn, wenn du Krypto innerhalb eines Jahres verkaufst. In den Niederlanden besteuert Box 3 den Wert deines Vermögens am 1. Januar, Gebühren ändern die Berechnung also nicht direkt, verringern aber, was du besitzt.
  • Prüfe zuerst die Lizenz. Vergleiche Gebühren nur zwischen Plattformen, die dort, wo du lebst, eine MiCA-Zulassung haben.

Das Wichtigste in Kürze

  • Maker-Gebühren gelten für Orders, die im Orderbuch warten; Taker-Gebühren gelten für Orders, die sofort ausgeführt werden, und sind meist höher.
  • Einfache Käufe in der App schlagen oft einen Spread oder einen pauschalen Prozentsatz auf, was ein Mehrfaches der Kosten im Orderbuch ausmachen kann.
  • Bei einer Market-Order von 1.000 € reichten die Taker-Gebühren der Einstiegsstufe bei den drei Börsen oben von 2,50 € bis 12,00 €.
  • Achte auf die Gesamtkosten, inklusive Einzahlungen, Auszahlungen und Spreads, nicht auf den beworbenen Satz.

Häufige Fragen

Wie hoch sind die Handelsgebühren bei Krypto?

In den Orderbüchern der Börsen mit MiCA-Lizenz, die wir am 23. Oktober 2026 geprüft haben, reichten die Gebühren in der Einstiegsstufe von 0,15 % Maker und 0,25 % Taker bei Bitvavo bis 0,60 % Maker und 1,20 % Taker bei Coinbase Advanced. Einfache Käufe in der App kosten meist mehr, weil ein Spread oder ein pauschaler Prozentsatz hinzukommt.

Was ist eine Maker-Gebühr und was eine Taker-Gebühr?

Eine Maker-Gebühr fällt an, wenn deine Order im Orderbuch wartet, bevor sie ausgeführt wird, meist bei einer Limit-Order. Eine Taker-Gebühr fällt an, wenn deine Order sofort gegen bestehende Orders ausgeführt wird, meist bei einer Market-Order, und sie ist normalerweise die höhere der beiden.

Kann man Krypto handeln, ohne Gebühren zu zahlen?

Nicht wirklich. Plattformen, die mit null Handelsgebühren werben, verdienen trotzdem am Spread, an Abos oder an Ein- und Auszahlungsgebühren. Vergleiche also die Gesamtkosten eines Trades statt des beworbenen Satzes.

Wie viel verlangt Coinbase für 1.000 €?

Eine Market-Order von 1.000 € bei Coinbase Advanced kostet 12,00 € zum Taker-Satz der Einstiegsstufe von 1,20 % oder 6,00 € als Maker-Order. Einfache Käufe in der Coinbase-App kosten einen Spread plus eine variable Gebühr; beides wird in der Ordervorschau angezeigt.

Wie vermeide ich hohe Handelsgebühren bei Krypto?

Nutze die erweiterte Handelsansicht der Börse statt des einfachen Kaufen-Buttons, platziere Limit-Orders, um die niedrigere Maker-Gebühr zu zahlen, zahle per SEPA-Überweisung statt per Karte ein und vermeide häufige kleine Trades.