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Was ist ein Public Key bei Krypto? Der Unterschied zur Adresse

Aktualisiert am 23. Oktober 2026 Von der Redaktion So verdienen wir Geld
In einem Satz
Die teilbare Hälfte eines Krypto-Schlüsselpaars, berechnet aus deinem Private Key. Das Netzwerk prüft damit deine Signaturen; deine Wallet-Adresse wird daraus erzeugt.

Ein Public Key, auf Deutsch öffentlicher Schlüssel, ist bei Krypto die teilbare Hälfte eines kryptografischen Schlüsselpaars: ein Code, der aus deinem Private Key berechnet wird, mit dem das Netzwerk deine digitalen Signaturen prüfen kann und über den dir andere Geld schicken können. Du kannst ihn frei teilen, denn niemand kann aus einem Public Key auf den Private Key zurückrechnen, der deine Kryptowerte kontrolliert. Deine Wallet-Adresse ist meist eine kürzere, gehashte Version des Public Keys.

Was ist ein Public Key bei Krypto, einfach erklärt?

Ein Public Key ist wie eine Kontonummer, die auch Signaturen prüfen kann. Menschen und die Blockchain bestätigen damit, dass eine Transaktion wirklich von dir kam, ohne je dein Geheimnis zu sehen.

Jede Krypto-Wallet arbeitet mit drei zusammenhängenden Schlüsseln und Codes:

  • Private Key: eine geheime Zahl, die nur du kennst. Er signiert Transaktionen und gibt Zugriff auf dein Guthaben.
  • Public Key: wird mathematisch aus dem Private Key abgeleitet. Er dient zum Prüfen von Signaturen und darf öffentlich geteilt werden.
  • Wallet-Adresse: wird aus dem Public Key erzeugt, meist durch Hashing. Sie gibst du jemandem, damit er dir Geld schicken kann.

Die Beziehung funktioniert nur in eine Richtung. Deine Wallet macht aus einem Private Key im Handumdrehen einen Public Key, aber den Vorgang umzukehren, ist praktisch unmöglich. Deshalb dient der Public Key als deine Identität auf der Blockchain, während dein Private Key verborgen bleibt.

Wie Public Key und Private Key zusammenarbeiten

Public Key und Private Key arbeiten über asymmetrische Kryptografie zusammen, auch Public-Key-Kryptografie genannt. Die Idee stammt aus den 1970er-Jahren, Jahrzehnte vor Bitcoin, und schützt heute einen großen Teil des Internets. Anders als bei der symmetrischen Kryptografie, bei der sich beide Seiten einen geheimen Schlüssel teilen, hat jede Person zwei zusammenhängende Schlüssel: einen öffentlichen und einen privaten.

Bei Krypto wird das Schlüsselpaar vor allem für digitale Signaturen genutzt:

  1. Du erstellst eine Transaktion, zum Beispiel schickst du einem Freund Bitcoin im Wert von 200 €.
  2. Deine Wallet signiert sie mit deinem Private Key. Die Signatur gilt nur für genau diese Transaktion.
  3. Das Netzwerk prüft die Signatur anhand deines Public Keys. Wurde etwas verändert oder hat der falsche Schlüssel signiert, schlägt die Prüfung fehl.
  4. Nodes akzeptieren die Transaktion, sobald sie die Prüfung besteht, und Miner oder Validatoren fügen sie einem Block hinzu.

Niemand sonst sieht zu irgendeinem Zeitpunkt deinen Private Key. Mit dem Public Key wird geprüft, dass nur der Eigentümer der Adresse diese Signatur erzeugt haben kann. So beweist du Eigentum in einem Netzwerk ohne zentrale Instanz.

Verschlüsselung: die andere Aufgabe eines Public Keys

Außerhalb von Blockchains schützt Public-Key-Verschlüsselung auch Nachrichten. Will Bob Alice eine private Nachricht schicken, verschlüsselt er sie mit Alices Public Key. Nur die vorgesehene Empfängerin, Alice, kann sie mit ihrem passenden Private Key entschlüsseln. Alice kann auf dieselbe Weise mit Bobs Public Key antworten. Darauf beruhen die Ende-zu-Ende-Verschlüsselung in Messenger-Apps und das Schloss-Symbol in deinem Browser, und so können zwei Parteien über einen öffentlichen Kanal ein gemeinsames Geheimnis vereinbaren, ohne einen vertrauenswürdigen Boten. Bitcoin und Ethereum nutzen das Schlüsselpaar zum Signieren statt zum Verschlüsseln, aber die Mathematik stammt aus derselben Familie.

Wie werden Schlüssel erzeugt?

Schlüssel werden in einer festen Reihenfolge erzeugt, ausgehend vom Zufall. Zuerst kommt der Private Key: Deine Wallet wählt eine riesige Zufallszahl, meist abgeleitet aus deiner Seed-Phrase. Dann berechnet die Wallet den zugehörigen Public Key mit einem kryptografischen Algorithmus auf Basis elliptischer Kurven. Bitcoin und Ethereum nutzen beide dieselbe elliptische Kurve namens secp256k1.

Von dort aus erzeugt jede Blockchain Adressen auf ihre eigene Art:

BitcoinEthereum
Public Key33 Byte, dargestellt als 66 Zeichen, beginnend mit 02 oder 0364 Byte
Adresse entsteht durchZweifaches Hashen des Public KeysHashen des Public Keys, wobei die letzten 20 Byte behalten werden
So sieht die Adresse ausBeginnt mit 1, 3 oder bc10x, gefolgt von 40 Zeichen

Ein gekürztes Beispiel für einen Bitcoin-Public-Key sieht so aus: 02b4632d08485ff1…; die passende Adresse würde mit bc1 beginnen und völlig anders aussehen, weil das Hashing sie durcheinanderwirbelt.

Moderne Wallets erzeugen für jede Zahlung, die du erhältst, ein neues Schlüsselpaar und damit eine neue Bitcoin-Adresse. Ethereum-Wallets bleiben meist bei einer Blockchain-Adresse pro Konto.

Public Key vs. Private Key vs. Wallet-Adresse

Der Hauptunterschied zwischen den dreien liegt darin, wer sie sehen darf und was sie können.

Private KeyPublic KeyWallet-Adresse
Teilen?NieJaJa
FunktionSigniert Transaktionen, lässt dich Guthaben ausgebenPrüft SignaturenZeigt anderen, wohin sie Geld schicken sollen
Entsteht ausZufallszahl oder Seed-PhrasePrivate KeyPublic Key (gehashte Version)
In fremden HändenJemand anders kontrolliert deine KryptowerteNichts passiertAndere können dir Kryptowerte schicken und das Guthaben sehen

Bei Bitcoin wird dein Public Key selbst erst auf der Blockchain sichtbar, wenn du von einer Adresse aus etwas ausgibst. Bis dahin sehen andere Nutzer nur die Adresse. Bei Ethereum lässt sich der Public Key aus jeder Transaktion rekonstruieren, die du signiert hast.

Warum der Public Key für dich wichtig ist

Mit einem Public Key hast du selten direkt zu tun; das übernimmt deine Wallet für dich. Aus seiner Funktionsweise folgen aber drei praktische Punkte.

Privatsphäre. Alles, was an eine bestimmte Adresse geschickt wird, ist öffentlich. Wer deine Adresse hat, kann ihren gesamten Verlauf nachschlagen, und ein erweiterter Public Key (xpub) zeigt alle Adressen deiner Wallet auf einmal. Teile einen xpub nur mit Software, der du vertraust, etwa deiner eigenen Wallet-App. Lies mehr über Privatsphäre bei Krypto.

Prüfungen bei Auszahlungen in der EU. Nach der Travel Rule der EU muss die Börse prüfen, dass die Adresse dir gehört, wenn du mehr als 1.000 € von einer Börse in der EU auf deine eigene Wallet auszahlst. Manche Börsen bitten dich, mit deiner Wallet eine Nachricht zu signieren: Dein Private Key signiert, und die Börse prüft die Signatur anhand deines Public Keys.

Fehler lassen sich nicht rückgängig machen. Krypto-Transaktionen sind endgültig. Schickst du Geld an die falsche Adresse oder über das falsche Netzwerk, kann keine Bank und keine Aufsichtsbehörde das rückgängig machen. Gehört die Adresse niemandem, ist das Geld für immer unzugänglich.

Maschen mit Adressen, auf die du achten solltest

Betrüger können deine Kryptowerte mit deinem Public Key nicht stehlen, also nehmen sie stattdessen die Adresse ins Visier, an die du sendest. Diese Tricks sind verbreitet:

  • Adressvergiftung. Ein Betrüger schickt dir einen winzigen Betrag von einer Adresse, die mit denselben Zeichen beginnt und endet wie eine, die du nutzt. Später kopierst du die falsche aus deinem Verlauf.
  • Schadsoftware für die Zwischenablage. Sie tauscht die kopierte Adresse beim Einfügen gegen die des Angreifers aus.
  • Gefälschte QR-Codes und Zahlungsseiten, die statt der echten die Adresse eines Betrügers zeigen.

So schützt du dich:

  • Prüfe vor dem Senden die vollständige Adresse, nicht nur die ersten und letzten paar Zeichen.
  • Schick zuerst einen kleinen Testbetrag, wenn du eine größere Summe an eine neue Adresse überweist.
  • Speichere vertrauenswürdige Adressen im Adressbuch oder auf der Auszahlungs-Whitelist deiner Börse.
  • Bewahre größere Beträge in der Selbstverwahrung auf einer Hardware-Wallet auf, die die Adresse auf ihrem eigenen Display anzeigt.

Verlierst du Geld durch Betrug, melde es sofort der Polizei und der Börse, von der du gesendet hast. Unser Ratgeber zu bewährten Schutzmaßnahmen zeigt weitere Schritte.

Das Wichtigste in Kürze

Ein Public Key ist der Teil deiner Krypto-Identität, den du der Welt zeigen kannst. Er beweist, dass deine Signaturen echt sind, und gibt anderen einen Weg, dich zu bezahlen, während dein Private Key geheim bleibt. Teile Adressen ruhig, schütze deine Privatsphäre mit neuen Adressen und prüfe immer doppelt, wohin dein Geld geht.

Häufige Fragen

Ist ein Public Key dasselbe wie eine Wallet-Adresse?

Nein. Eine Wallet-Adresse ist meist eine kürzere, gehashte Version des Public Keys, gemacht zum Empfangen von Geld. Deine Wallet erzeugt die Adresse für dich, im Alltag teilst du also die Adresse, nicht den Public Key selbst.

Kann jemand mit meinem Public Key meine Kryptowerte stehlen?

Nein. Mit einem Public Key können andere nur deine Signaturen prüfen und dir Geld schicken. Um Guthaben auszugeben, braucht man den passenden Private Key, und der lässt sich aus dem Public Key nicht ermitteln.

Wie finde ich meinen Public Key?

Die meisten Wallets zeigen Adressen statt Public Keys. Manche fortgeschrittenen Wallets oder Hardware-Wallets lassen dich einen erweiterten Public Key (xpub) exportieren, aber der verrät jede Adresse der Wallet. Teile ihn also nur mit Software, der du vertraust.

Ist es riskant, meine Krypto-Wallet-Adresse weiterzugeben?

Eine Adresse zu teilen, kann deine Coins nicht gefährden, aber jeder kann dann das Guthaben und den Verlauf dieser Adresse auf der Blockchain sehen. Nutze für mehr Privatsphäre für jede Zahlung eine neue Adresse.